Dieser Moment indem sich das innere Kind meldet...

Ich habe in den letzten Wochen weniger geschrieben, es war auch viel los bei uns...
Meine Kleine ist seid knapp drei Wochen in der Kur und was soll ich sagen? Diese Trennung tut uns beiden ziemlich gut, ich kann zur Ruhe kommen und habe auf einmal ungeahnte zeitliche Ressourcen die ich nicht zu füllen weiß... Denn ich bin im Moment ein wenig gehandicapt, der Schlaganfall von vor vier Jahren bzw seine Spätfolgen melden sich grade mehr denn je... Meine Tage sind im Moment davon geprägt das ich Kopfschmerzen auf der einen Gesichtshälfte habe, die von dem Gefühl eingeschlafener Füße begleitet werden... Also machen viele Dinge keinen Spaß oder sind so anstrengend das ich nach kurzer Zeit wieder völlig erschöpft bin...
Es ärgert mich zunehmend das ich das ganze hier nicht los werde und viele Dinge die ich sonst machen würde einfach nicht schaffe...
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Tja und dann kommt da noch die Trennung von meinem Held... wieder eine Beziehung die in die Brüche ging... Wobei ich mittlerweile glaube das sie von Anfang an zum scheitern verurteilt war, wie sollte es auch anders sein, wenn der Mann den man kennen lernt noch mit der Beziehung zu seiner Ex zu kämpfen hat...

So sehr er auch die Erinnerungen an die Trennung meines Ex Mannes herauf beschwörte und ich es manchmal verflucht habe, so sehr bin ich ihm dankbar, denn ich habe so einiges über mich gelernt...

Ich weiß nun das ich mich eindeutig zu schüchtern verhalten habe, viel zu lange gewartet habe um mich meinem Ex Mann gegenüber zu wehren (aber war ich das nicht eigentlich schon immer, ich denke da an die Gewalttaten?)...
Ja ich wusste das kein Mann das Recht hat einer Frau Gewalt anzutun, sich das zu nehmen was er doch unbedingt haben will, dennoch habe ich immer wieder zu lange geschwiegen...
Heute weiß ich das ich es aus Scham tat und der Angst das man mir eh nicht glauben würde...
Wie es ja dann auch war als ich mich gegen meinen Ex Mann gewehrt hatte...

Und nun stehe ich da und denke was für eine verkackte Schei*e , ich hätte mich mehr um mich selbst als um andere kümmern sollen...
Denn in dem Moment wo es mir als Mutter wichtiger war zu schauen wie es meinem Kind geht, habe ich mich und mein inneres Kind einfach überrannt, irgendwo in einer Ecke stehen lassen und mir selbst jede Chance genommen viel eher über all das weg zu kommen... Mittlerweile merke ich das ich es aber geschafft habe, all das langsam los zu werden und hinter mir zu lassen...
dennoch weiß ich das man seine Vergangenheit niemals vergisst, sondern nur lernt dass man anders damit umgeht bzw anders damit lebt...
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Doch nun ist es wieder einmal so das ich allein bin, allein und merke wie bescheiden es doch ist, wenn man sich der Einsamkeit stellt, es kommt immer wieder die Sehnsucht nach einem bestimmten Menschen und ich weiß dennoch das es da keine Zweisamkeit gibt, also sollte ich es doch besser lassen und mir all diese Gefühle und das ganze Brimborium schenken...
Dennoch ist da wieder einmal dieses innere Kind... welches geliebt, in den Arm genommen und geachtet werden will, es ist auf der Jagd nach Anerkennung und danach nicht mehr allein zu sein... Ist das vielleicht der Grund weswegen ich immer wieder an die falschen Menschen gerate???
Das dieses allein sein dazu führt das ich immer wieder an die falschen Menschen gerate??

Wobei immer ist falsch... denn es gibt ja Menschen bei denen fühle ich mich willkommen, anerkannt und einfach als Mensch sehr wertvoll... da brauche ich nicht jagen... doch ist es einfach das der Mensch der mit mir das Leben teilt immer wieder einfach weg ist...

Ich habe schon festgestellt das ich als allerbeste Freundin, gute Arbeitskollegin und auch als sehr gute Mitarbeiterin geschätzt werde (man zumindest in meinem Job sehr ungerne auf mich verzichtet)... Doch was bringt mir all das wenn ich als Partnerin ungeeignet scheine?
Wie kann es sein das ein Mensch als Partner so unbrauchbar erscheint?
Ich bin in den letzten Tagen gefragt worden ob ich an Depressionen leide, nein das tue ich nicht, ich bin nur ein nachdenklicher Mensch, der viel in seinem Leben erlebt hat und mit manchen Dingen im Leben etwas hadert... denn ich würde zu gerne verstehen wie es dazu kommt das ich immer wieder in dieser Situation stecke...

Entweder benutzen mich die Männer nur um ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen (und ich bleibe auf der Strecke, lasse mich so sehr verletzten das ich klein mit Hut bin) oder die Männer sind so egoistisch das sie der Meinung sind mir entweder nicht genug zu geben (dann heißt es ich habe gehofft das ich dir mehr geben kann, aber das reicht für ein gemeinsames Leben nicht) oder sie sind in ihrer egoistischen Welt gefangen das ich als Mensch mit Fleisch und Blut daneben her laufe... und in dem Moment wo ich das merke und aus diesem Leben aussteigen will, versucht man um mich zu kämpfen, aber da man nur seine eigenen Interessen verfolgt bleibt es nicht anders möglich als das ich da bleibe wo ich in diesem Moment hingegangen bin...
aus dem Leben des anderen heraus und in ein eigenständiges Leben ohne einen Menschen an meiner Seite mit dem ich alles teilen kann...

diese Story von was wäre wenn ist ein kindliches denken das sich in der Pubertät irgendwann festgesetzt hat und mich im hier und heute leider oft genug verfolgt...Denn was wäre wenn ich die Zeit zurück drehen könnte und einiges anders machen könnte... ich würde hoffen nicht allein zu sein... und diesen einen Menschen wieder in meinem Leben zu haben, aber eben das ist das innere Kind was es heißt wieder dahin zu bringen wo es hingehört eben in die Vergangenheit...
Ich versuche mir all das was ich vermisse selbst zu geben, aber vieles davon kann man sich eben nicht selbst geben und das ich ein Problem mit dem viele Menschen leben...
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Es heißt immer wieder ich vermisse in meinem Leben nichts und wenn die Personen ganz allein in ihrem stillen Kämmerlein sitzen, dann sitzen sie da und denken was sie doch alles vermissen, trauen es sich aber nicht auszusprechen, denn sie haben Angst davor verletzt zu werden und diese Angst davor verletzt zu werden macht uns Menschen meist zu dem was wir sind... Zu Einzelgängern statt zu Rudeltieren...
Dabei hat es die Evolution nicht vorgesehen das man als Einzelgänger durch die Welt geht, dennoch machen wir uns zu solchen...

Und in dem Moment wo wir merken was wir verlieren, da beginnen wir es auch zu bereuen das wir es verloren haben, stehen uns aber oft selbst im Wege, aus Angst das man es nicht schaffen könnte dem anderen seine Schwäche einzugestehen...denn auch das ist etwas was wir Mensch am allerwenigsten mögen, unsere Schwächen, wir möchten immer nur unsere Stärken präsentieren um zu zeigen wie toll man doch ist... Und dabei machen uns unsere Schwächen doch zu dem was wir sind...

In diesem Sinne denkt dran wenn euch ein Mensch begegnet mit dem ihr euch wundervoll fühlt, stellt nicht alles in Zweifel, sondern teilt all das was euch glücklich macht mit diesem Menschen und sorgt dafür das dieser Mensch euch erhalten bleibt, denn es gibt nur wenige Menschen die euch so nahe sein können, dass sie euch blind verstehen und euch mit euren Schwächen nehmen ohne euch daraus einen Strick zu drehen...

24.11.16 21:51

Letzte Einträge: Dieses auf sich hören und mal hinter die Mauer der Seele schauen, Zwei Arme..., Ein Neuanfang..., Das Fest der Liebe..., Ein Wochenende und die Vergangenheit klopft zu sehr...

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